Evidenz-Dossier

Welche AI-Literacy-Kompetenzen brauchen Jugendliche in der Sekundarstufe und wie belastbar sind die zugrunde liegenden Rahmen?

AI Literacy ist mehr als Prompting. Jugendliche sollen KI-Systeme erkennen und verstehen, Ergebnisse kritisch beurteilen, KI kreativ und zielgerichtet einsetzen sowie Folgen, Rechte und Verantwortung reflektieren können. Internationale Rahmen geben dafür eine belastbare Orientierung; zur wirksamen Progression und Prüfung dieser Kompetenzen gibt es jedoch noch begrenzte empirische Evidenz.

Quellenstand
Befunde uneinheitlich
Version
1.0.0
Geprüft
Nächste Prüfung
Schulstufen
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
Autorenschaft
Lucca Spohn

Redaktionell geprüft; keine externe Fachprüfung

Kurz gelesen

Wichtigste Befunde

  • Der finale OECD-/EU-Rahmen von 2026 beschreibt AI Literacy ausdrücklich für Primar- und Sekundarbildung.
  • Aktuelle internationale Rahmen verbinden technisches Verständnis mit kritischer Beurteilung, Gestaltung, Ethik und Verantwortung.

Einschränkungen

  • Kompetenzrahmen belegen nicht automatisch, dass ein bestimmtes Curriculum oder Unterrichtsformat wirksam ist.
  • Empirisch geprüfte Progressionsmodelle und valide Assessments für Sek I/II sind noch begrenzt.

Für die Praxis

  • AI Literacy sollte fachübergreifend und zugleich an konkrete fachliche Qualitätsmassstäbe gebunden werden.
  • Unterricht und Prüfung müssen Verständnis, Urteil, Gestaltung und Verantwortung sichtbar machen, nicht nur Bedienkompetenz.

AI Literacy: mehr als eine gute Eingabe

Prompting ist eine Bedienhandlung. AI Literacy ist eine Urteils- und Handlungsfähigkeit: Jugendliche müssen einschätzen können, wann ein KI-System relevant ist, was seine Ausgabe bedeutet, worauf sie sich verlassen dürfen, welche Folgen eine Nutzung hat und wer für eine Entscheidung verantwortlich bleibt. Eine sprachlich elegante Eingabe kann nützlich sein. Sie belegt für sich allein aber weder Verständnis des Systems noch fachliche Urteilskraft, einen verantwortbaren Umgang mit Daten oder die Fähigkeit, ein Ergebnis selbstständig zu prüfen.

BefundQuellenstand: mehrfach belegtAutoritative Rahmenwerke verstehen AI Literacy mehrdimensional: Sie umfasst Wissen, Anwendung, kritische Prüfung, Ethik, menschliche Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Mitgestaltung statt nur Prompting.Quellen anzeigen

Stützende Quellen

  1. OECD (2026): Empowering Learners for the Age of AI: An AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education (öffnet in neuem Tab)
  2. Fengchun Miao (2024): AI competency framework for students (öffnet in neuem Tab)
  3. Fengchun Miao (2024): AI competency framework for teachers (öffnet in neuem Tab)
  4. Joonhyeong Park (2025): A systematic literature review of generative artificial intelligence (GenAI) literacy in schools (öffnet in neuem Tab)

Die aktuellen Rahmen verwenden unterschiedliche Begriffe und Ordnungen. In ihrem gemeinsamen Kern verlangen sie deutlich mehr als Werkzeugroutine:

HandlungsfrageWas Jugendliche sichtbar können sollenWoran oberflächliche Bedienkompetenz erkennbar wird
Erkennen und verstehenKI-gestützte Funktionen identifizieren, grundlegende Funktionslogiken erklären und Möglichkeiten wie Grenzen einordnenEin System wird als neutrale Suchmaschine oder wissende Person behandelt
Kritisch beurteilenAusgaben fachlich prüfen, Unsicherheit, Verzerrung, Quellenlage und betroffene Perspektiven untersuchenFlüssige Sprache gilt ohne Gegenprüfung als richtig
Zielgerichtet einsetzenKI für ein begründetes Ziel auswählen, den Arbeitsprozess steuern, Ergebnisse überarbeiten und den Einsatz transparent machenDas verfügbare Werkzeug bestimmt das Lernziel
Gestalten und mitentscheidenMit KI entwerfen oder Systeme mitgestalten und dabei Alternativen, Betroffene und gesellschaftliche Folgen berücksichtigenProduktion wird mit blosser Übernahme einer generierten Ausgabe verwechselt
Rechte und Verantwortung wahrenPrivatsphäre, Urheber- und Persönlichkeitsrechte, Fairness, menschliche Handlungsfähigkeit und Verantwortungsgrenzen reflektierenVerantwortung wird dem System zugeschrieben oder sensible Information ungeprüft geteilt

Diese Fragen sind keine neue Taxonomie dieser Website. Sie übersetzen überlappende Anforderungen der unten verglichenen Originalrahmen in beobachtbare schulische Fragen. Massgebend bleiben Lernziel, Fach, Alter, lokaler Rechtsrahmen und die jeweils zitierte Quelle.

Aktuelle internationale Rahmen

Seit dem 18. Juni 2026 ist die Referenzlage klarer: Der finale OECD-/EU-Kompetenzrahmen Empowering Learners for the Age of AI liegt als gemeinsame Veröffentlichung von OECD und Europäischer Kommission für die Primar- und Sekundarbildung vor. Er beschreibt 19 Kompetenzen in vier miteinander verbundenen Praxisbereichen: mit KI interagieren, mit KI gestalten, KI-Nutzung steuern und die Entwicklung beziehungsweise gesellschaftliche Rolle von KI mitprägen. Wissen, Fertigkeiten und Haltungen werden dabei nicht als getrennte Checklisten, sondern als Bestandteile kompetenten Handelns behandelt.

BefundQuellenstand: mehrfach belegtSeit dem 18. Juni 2026 liegt der finale OECD-/EU-Kompetenzrahmen für AI Literacy in Primar- und Sekundarbildung mit 19 Kompetenzen vor.Quellen anzeigen

Stützende Quellen

  1. OECD (2026): Empowering Learners for the Age of AI: An AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education (öffnet in neuem Tab)

19

Kompetenzen in vier Praxisbereichen

Finaler OECD-/EU-Rahmen, 2026

12

Schülerkompetenzen in vier Dimensionen

UNESCO-Schülerrahmen, 2024

15

Lehrpersonenkompetenzen in fünf Dimensionen

UNESCO-Lehrpersonenrahmen, 2024

Evidenzrolle: normative Rahmenautorität. Die OECD-/EU-Publikation ist die finale institutionelle Fassung und ersetzt für Aussagen zum aktuellen Rahmen die frühere Arbeitsfassung. Sie entstand mit Fach- und Stakeholderkonsultation, ist aber nicht peer-reviewed und keine Interventionsstudie. Ihre hohe Autorität betrifft die Frage, welche Kompetenzen international als relevant beschrieben werden — nicht die Frage, welches Curriculum sie nachweislich am besten entwickelt.

KompetenzrahmenEmpowering Learners for the Age of AI: An AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education2026OECD, European Commission

Kurzfassung

Defines 19 primary- and secondary-level competencies across engaging with, creating with, managing and shaping AI, integrating knowledge, skills and attitudes.

Grenzen

  • The framework defines intended competencies and examples but does not estimate causal learning impact.
  • Its proposed sequencing is not a validated developmental progression across school systems.
  • Local curriculum alignment, language, resources and teacher preparation require contextual adaptation.
Design
Final international competency framework with expert and stakeholder consultation
Methodische Einordnung
Final OECD-European Commission authority and transparent scope support framework claims; causal-method grading does not apply.
Finanzierung
Co-funded by the European Union; research and drafting support from Code.org and CodeAI is acknowledged by the official publication.
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Was UNESCO ergänzend sichtbar macht

Der UNESCO-Schülerrahmen von 2024 ordnet zwölf Kompetenzen in vier Dimensionen: menschenzentrierte Haltung, Ethik, KI-Techniken und -Anwendungen sowie Gestaltung von KI-Systemen. Seine Stufen Verstehen – Anwenden – Gestalten sind eine curriculare Orientierung. Sie sind keine universell psychometrisch validierte Entwicklungsleiter.

Evidenzrolle: normative Rahmenautorität für Lernende. Der Rahmen ist global ausgerichtet und macht Menschenrechte, Würde, ökologische und gesellschaftliche Folgen explizit. Konkrete Ziele und Reihenfolgen müssen national oder institutionell angepasst werden; die Publikation misst keine Lernwirkung.

KompetenzrahmenAI competency framework for students2024Fengchun Miao, Kelly Shiohira, Natalie Lao

Kurzfassung

Specifies 12 student competencies across human-centred mindset, ethics, AI techniques and applications, and AI system design, with Understand-Apply-Create progression levels.

Grenzen

  • The framework is normative and curricular; it is not an empirical impact evaluation.
  • UNESCO explicitly leaves concrete objectives and sequencing to national or institutional adaptation.
  • Progression levels have not been established as a universal validated developmental scale.
Design
Final global competency framework for school students
Methodische Einordnung
The official final UNESCO framework supports competency-scope claims but does not provide causal or validated-progression evidence.
Finanzierung
TAL Education Group support is acknowledged in the official UNESCO publication.
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Der parallele UNESCO-Lehrpersonenrahmen umfasst fünf Dimensionen: menschenzentrierte Haltung, Ethik, Grundlagen und Anwendungen, KI-Pädagogik sowie KI für professionelles Lernen. Er ist für ein Schülercurriculum keine zusätzliche Liste von Lernzielen. Er zeigt vielmehr, welche professionellen Bedingungen Lehrpersonen benötigen, um Schülerkompetenzen fachlich, ethisch und pädagogisch zu begleiten.

Evidenzrolle: normative Rahmenautorität für Professionalisierung. Die Stufen Aneignen – Vertiefen – Gestalten dienen der Planung professioneller Entwicklung. Auch hier handelt es sich nicht um eine validierte Messskala und nicht um Wirkungsforschung.

KompetenzrahmenAI competency framework for teachers2024Fengchun Miao, Mutlu Cukurova

Kurzfassung

Defines 15 teacher competencies across a human-centred mindset, ethics, AI foundations and applications, AI pedagogy, and AI for professional learning.

Grenzen

  • The framework guides professional development and policy but does not test effects on classroom learning.
  • Acquire-Deepen-Create is a planning progression rather than a universally validated measurement scale.
  • National role definitions, infrastructure and professional-learning systems require contextual adaptation.
Design
Final global competency framework for teachers
Methodische Einordnung
The final UNESCO authority supports teacher-competency scope; causal and psychometric claims are outside the framework's evidence design.
Finanzierung
TAL Education Group support is acknowledged in the official UNESCO publication.
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Autorität ist nicht Wirkung

BefundQuellenstand: mehrfach belegtKompetenzrahmen begründen Ziele und Struktur, liefern aber für sich allein keinen kausalen Nachweis, dass ein bestimmtes Curriculum AI Literacy wirksam verbessert.Quellen anzeigen

Stützende Quellen

  1. OECD (2026): Empowering Learners for the Age of AI: An AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education (öffnet in neuem Tab)
  2. Fengchun Miao (2024): AI competency framework for students (öffnet in neuem Tab)
  3. Fengchun Miao (2024): AI competency framework for teachers (öffnet in neuem Tab)

Rahmenautorität und Wirksamkeitsevidenz beantworten verschiedene Fragen. Ein Kompetenzrahmen kann Ziele legitimieren, Begriffe präzisieren und Anschlussfähigkeit schaffen. Ein Kompetenzrahmen liefert aber keinen kausalen Nachweis dafür, dass eine bestimmte Unterrichtsreihe, Reihenfolge, Plattform oder Prüfungsform diese Ziele wirksam erreicht. Dafür braucht es Interventionsvergleiche, valide Messinstrumente, zeitversetzte Nachweise und Übertragungsprüfungen in passenden Alters- und Fachkontexten.

EvidenzebeneVertretbare AussageNicht vertretbare Abkürzung
Institutioneller Rahmen«Diese Kompetenzen werden in einem finalen internationalen Rahmen beschrieben.»«Diese Reihenfolge wirkt nachweislich in jeder Schule.»
Systematischer Review«Mehrere Studien verwenden ähnliche Kompetenzdimensionen.»«Die Dimensionen bilden eine validierte Entwicklungsstufe.»
Interventionsstudie«In diesem Setting veränderten sich diese gemessenen Outcomes.»«Das gesamte Rahmenwerk ist damit empirisch bestätigt.»
Lokale Evaluation«Unter diesen Bedingungen erreichte diese Lerngruppe das vorab definierte Ziel.»«Das Format kann ohne Prüfung auf andere Fächer übertragen werden.»

Kompetenzbereiche im Vergleich

Die Rahmen überlappen substanziell, sind aber nicht deckungsgleich. Der OECD-/EU-Rahmen organisiert Kompetenzen entlang von Praktiken mit und über KI. UNESCO betont bei Schülerinnen und Schülern stärker die menschenzentrierte Haltung, Ethik, technische Grundlagen und Systemgestaltung; beim Lehrpersonenrahmen kommen Pädagogik und professionelle Entwicklung hinzu. Der folgende Vergleich ist eine Quellenlesehilfe, kein neues Modell.

Wiederkehrender SchwerpunktOECD/Europäische Kommission 2026UNESCO Schülerinnen und Schüler 2024UNESCO Lehrpersonen 2024Konsequenz für Sek I/II
GrundverständnisWissen über Funktionsweise in allen PraxisbereichenTechniken und AnwendungenGrundlagen und AnwendungenSysteme, Datenbezug, Wahrscheinlichkeiten und Grenzen alters- und fachgerecht erklären
Nutzung und GestaltungInteragieren, Gestalten und SteuernAnwenden und KI-Systeme gestaltenKI-Pädagogik und professionelle NutzungNicht nur Prompts, sondern Zielwahl, Iteration, Überarbeitung und begründete Werkzeugwahl
Kritische PrüfungAusgaben, Systeme und Folgen beurteilenmenschenzentrierte Haltung und Ethikmenschenzentrierte Haltung und EthikBehauptungen triangulieren, Verzerrungen prüfen und betroffene Perspektiven einbeziehen
HandlungsfähigkeitNutzung kontrollieren und KI gesellschaftlich mitprägenmenschliche Verantwortung über alle Dimensionenprofessionelle Verantwortung und menschliche EntscheidungEntscheidungen nicht an Systeme delegieren; Nicht-Nutzung als begründete Option erhalten
Entwicklung über Zeitschulstufenbezogene Beispiele, aber keine validierte SkalaVerstehen – Anwenden – Gestalten als PlanungsorientierungAneignen – Vertiefen – Gestalten für ProfessionalisierungLernpfade lokal erproben und Fortschritt an Leistungen prüfen statt Stufen nur zu behaupten

Ein tragfähiges Curriculum darf die drei Dokumente deshalb nicht mechanisch addieren. Es wählt aus, welche fachlichen Handlungen Jugendliche in einem konkreten Alter und Kontext benötigen. Für Naturwissenschaften kann die Prüfung modellgenerierter Erklärungen zentral sein; in Sprachen Quellen, Stimme und Übersetzung; in Geschichte Perspektiven und Belege; in Gestaltung Autorschaft und iterative Produktion; in Berufswahl Datenschutz, Automatisierung und verantwortete Entscheidungen.

Evidenzrolle: systematische Begriffsklärung. Park sichtete 51 empirische Artikel aus den Jahren 2023 und 2024 und ordnete GenAI Literacy in Wissen, Anwendung, Bewertung, Ethik und Haltungen. Das stützt den multidimensionalen Begriffsbereich. Die 51 Artikel ergaben 53 Bildungsstufen-Zuordnungen: 39 Hochschule, 10 Sekundarstufe und 4 Primarstufe. Zwei Artikel wurden mehr als einer Stufe zugeordnet; diese Mehrfachzuordnung verbietet es, die Zahlen als exklusive Artikelanteile zu lesen. Der Review belegt daher weder eine universelle schulische Progression noch die Wirkung eines bestimmten Curriculums.

Systematischer ReviewA systematic literature review of generative artificial intelligence (GenAI) literacy in schools2025Joonhyeong Park

Kurzfassung

Organises GenAI literacy into knowing, applying, evaluating, ethics and attitudes, while showing that most included evidence came from higher education rather than schools.

Grenzen

  • Across 53 educational-level assignments in 51 articles, the counts were 39 higher education, 10 secondary and 4 primary; two articles were assigned to more than one level, so these are not exclusive article shares.
  • The review covers only the first two years after public ChatGPT release and rapidly changing tools.
  • A competency map does not itself establish a validated developmental progression or intervention impact.
Design
Systematic literature review of 51 empirical studies from 2023-2024
Methodische Einordnung
The review supports multidimensional GenAI-literacy scope, but higher-education dominance and an early evidence window constrain school recommendations.
Finanzierung
Singapore Ministry of Education Education Research Funding Programme grant ERFP19/23PJ.
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Vom Rahmen zum Unterricht

AI Literacy betrifft mehrere Fächer, weil KI-Systeme Sprache, Bilder, Daten, Entscheidungen und gesellschaftliche Teilhabe berühren. «Fachübergreifend» darf jedoch nicht «fachlich ungebunden» bedeuten. Eine Halluzination lässt sich nur mit Wissen und Quellenstandards des jeweiligen Fachs erkennen; eine Verzerrung nur im Bezug auf Daten, Betroffene und Anwendung; eine gute Gestaltung nur anhand eines fachlichen Zwecks beurteilen.

Didaktische AbleitungQuellenstand: Befunde uneinheitlichAI Literacy sollte fachübergreifend, altersangemessen und lokal angepasst umgesetzt werden, mit expliziten Lernzielen, Anwendung, Reflexion, Ethik und überprüfbaren Leistungsaufgaben.Quellen anzeigen

Stützende Quellen

  1. OECD (2026): Empowering Learners for the Age of AI: An AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education (öffnet in neuem Tab)
  2. Fengchun Miao (2024): AI competency framework for students (öffnet in neuem Tab)
  3. Fengchun Miao (2024): AI competency framework for teachers (öffnet in neuem Tab)
  4. Siu-Cheung Kong (2024): Developing an artificial intelligence literacy framework: Evaluation of a literacy course for senior secondary students using a project-based learning approach (öffnet in neuem Tab)
  5. Joonhyeong Park (2025): A systematic literature review of generative artificial intelligence (GenAI) literacy in schools (öffnet in neuem Tab)

Diese Empfehlung ist eine didaktische Ableitung aus den internationalen Rahmen und begrenzter empirischer Evidenz. Sie ist kein empirisch bestätigter Masterplan. Die Umsetzung muss an die lokale Ausgangslage, die Kompetenzen der Lehrpersonen, die verfügbare Zeit, Sprache, technische Infrastruktur, Zugänglichkeit, Altersstufe, fachliche Ziele und den Schweizer Datenschutz angepasst werden. Ein gemeinsames Schulcurriculum kann Kohärenz schaffen; seine Wirksamkeit muss lokal beobachtet und revidiert werden.

Eine fachübergreifende Lernaufgabe braucht fachliche Schärfe

Fachlicher KontextMögliche authentische AufgabeSichtbarer AI-Literacy-Nachweis
SpracheZwei KI-Entwürfe mit einem selbst verfassten Text vergleichen und redigierenEingriffe begründen, Stimme und Quellenlage erklären, KI-Beitrag deklarieren
NaturwissenschaftenEine KI-Erklärung zu einem Versuch anhand von Messdaten und Fachliteratur prüfenFehler lokalisieren, Unsicherheit benennen, bessere Erklärung mit Belegen formulieren
Geschichte/GesellschaftUnterschiedliche KI-Darstellungen eines Konflikts auf Perspektiven und Auslassungen untersuchenQuellen gegenprüfen, betroffene Perspektiven einbeziehen, Grenzen des Datensatzes beziehungsweise Modells erklären
Mathematik/InformatikLösungsvorschläge testen, Randfälle konstruieren und einen Fehler systematisch erklärenNicht nur Ergebnis, sondern Prüfstrategie, Modellgrenze und eigenständigen Lösungsweg zeigen
Gestaltung/BerufspraxisMit KI Varianten entwickeln und eine verantwortbare Auswahl dokumentierenZiel, Iteration, Rechte, Daten, Qualitätsmassstab und menschliche Entscheidung nachvollziehbar machen

Eine mögliche Unterrichtsfolge besteht deshalb nicht aus einer universellen Stufenskala, sondern aus einer prüfbaren lokalen Hypothese. Zuerst wird die Ausgangslage erhoben: Welche Begriffe, Fehlvorstellungen, Nutzungserfahrungen und fachlichen Voraussetzungen sind vorhanden? Danach wird ein KI-System an konkreten Beispielen untersucht, mit Varianten, provozierten Grenzen und Gegenbeispielen. Erst dann folgt die fachliche Prüfung: Ergebnisse werden mit Daten, Quellen, Kriterien oder eigener Herleitung verglichen. Im nächsten Schritt gestalten Lernende ein Produkt oder eine Entscheidung und begründen Einsatz, Nicht-Einsatz und Verantwortung. Abschliessend bearbeiten sie eine neue Situation, damit nicht bloss die eingeübte Oberfläche geprüft wird.

Diese Reihenfolge ist ein erprobbares Design, keine aus den Rahmen abgeleitete Wirkungsgarantie. Schule und Fachschaft sollten vorab festlegen, welcher Nachweis als Verbesserung gilt, welche Lernenden besondere Unterstützung benötigen und wann ein Format angepasst oder beendet wird.

Was die empirische K-12-Evidenz derzeit trägt

Evidenzrolle: empirische Wirkungssynthese. Yu et al. synthetisieren 16 Artikel mit 57 Effektgrössen zur K-12-KI-Bildung und berichten im Durchschnitt einen grossen positiven Effekt auf AI-Literacy-Masse. Das ist ein ermutigendes Signal, keine allgemeine Erfolgsquote. Die kleine Studienbasis, hohe Heterogenität, unterschiedliche Konstrukte und Messinstrumente sowie begrenzte Moderatoranalysen erlauben keine universelle Aussage darüber, welche Sequenz in welcher Altersstufe wirkt.

MetaanalyseThe Effects of K-12 Artificial Intelligence Education in Enhancing AI Literacy: A Meta-Analysis2026Wonjin Yu, Nari Kim, Ammi Chang, Wanju Huang

Kurzfassung

Reports a large positive average effect of K-12 AI-education interventions on AI-literacy measures, with substantial heterogeneity across a small evidence base.

Grenzen

  • Only 16 source articles contributed 57 effects, limiting moderator power and robustness.
  • High heterogeneity and diverse literacy measures prevent treating the pooled effect as a universal progression estimate.
  • The accessible publisher record did not permit complete independent verification of all funding details.
Design
Meta-analysis of 16 K-12 AI-education articles and 57 effect sizes
Methodische Einordnung
The K-12 meta-analysis supports intervention promise, but a small heterogeneous corpus and varied measures leave developmental sequencing open.
Finanzierung
Funding disclosure was not fully verifiable from the accessible publisher record during extraction.
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Evidenzrolle: direkte Sek-II-Machbarkeitsstudie. Kong et al. begleiteten 128 Jugendliche in Hongkong in einem 14-stündigen projektbasierten Kurs. Kursnahe Masse zu Problemlösen, Empowerment und ethischem Verständnis verbesserten sich. Es gab jedoch keine Vergleichsgruppe; Outcomes waren kursnah und teilweise selbstberichtet. Weder Ferntransfer noch Langzeitretention wurden belegt. Die Studie zeigt damit, dass ein solches Format durchführbar ist und beobachtbare Veränderungen erzeugen kann — nicht, dass der Kurs kausal überlegen ist oder in Schweizer Schulen gleich wirkt.

Quasi-experimentelle StudieDeveloping an artificial intelligence literacy framework: Evaluation of a literacy course for senior secondary students using a project-based learning approach2024Siu-Cheung Kong, Man-Yin William Cheung, Olson Tsang

Kurzfassung

Senior-secondary students improved on course-aligned AI problem-solving, empowerment and ethical-understanding measures after a project-based AI-literacy course.

Grenzen

  • Without a comparison group, maturation, selection and testing effects cannot be separated from course impact.
  • Outcomes were course-aligned and partly self-reported; far transfer and long-term retention were not established.
  • The authors call for instrument validation in larger and more diverse populations.
Design
Single-group mixed-method evaluation of a 14-hour project-based course
Methodische Einordnung
Direct senior-secondary feasibility evidence is valuable, but the uncontrolled single-group design cannot establish causal effectiveness.
Finanzierung
Supported by grants from the Li Ka Shing Foundation and the Research Grants Council, University Grants Committee of the Hong Kong Special Administrative Region, China (projects EdUHK CB302 and EdUHK CB326).
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Für die Praxis ergibt sich ein asymmetrisches Bild: Die inhaltliche Breite der Kompetenzrahmen ist gut dokumentiert. Ob eine konkrete Unterrichtsfolge diese Kompetenzen dauerhaft, fair und fachübergreifend entwickelt, ist viel weniger sicher. Schulen sollten deshalb nicht auf ein fertiges Etikett warten, aber Einführung und Evaluation miteinander verbinden.

AI Literacy prüfen

Eine reine Prompt-Aufgabe prüft primär, ob eine Person in dieser Situation eine nützliche Eingabe formuliert. Eine AI-Literacy-Prüfung muss zusätzlich sichtbar machen, ob sie ein System und seine Grenzen versteht, ein Ergebnis fachlich beurteilt, Alternativen abwägt, den Prozess transparent macht und Verantwortung übernimmt. Das spricht für mehrteilige Performanzaufgaben — nicht, weil ihre Überlegenheit bereits umfassend belegt wäre, sondern weil sie die im Rahmen beschriebenen Handlungen beobachtbar machen.

Vier getrennte Nachweise

NachweisBeispielBeurteilbarer Kern
VerständnisEine unzutreffende Aussage über Training, Daten oder Modellwissen erklärenBegriffe, Funktionslogik, Unsicherheit und Grenzen
UrteilZwei KI-Ausgaben mit Quellen und Fachkriterien vergleichenFehlerdiagnose, Begründungsqualität, Perspektiven und Evidenz
Gestaltung und NutzungEin Produkt iterativ entwickeln und Entscheidungen dokumentierenZielklarheit, Werkzeugwahl, Überarbeitung und eigenständiger Beitrag
VerantwortungEinen Einsatzfall mit Betroffenen, Rechten und Alternativen beurteilenDatenschutz, Fairness, Transparenz, menschliche Kontrolle und Rechenschaft

Die Aufgabe sollte vorab klären, ob KI Gegenstand, Hilfsmittel oder beides ist. Prozessdokumentation kann die Begründung sichtbar machen, darf aber nicht zur lückenlosen Überwachung werden. Selbsteinschätzungen sind für Reflexion nützlich, reichen als Kompetenznachweis aber nicht aus. Ein zusätzlicher unbekannter Fall oder eine mündliche Erläuterung kann zeigen, ob Kriterien transferiert und nicht bloss ein Ablauf reproduziert werden.

Datenschutz ist Teil der Kompetenz und Bedingung der Prüfung

Evidenzrolle: rechtliche Behördenorientierung. Der EDÖB hält fest, dass das Schweizer Datenschutzgesetz auch für KI-Verarbeitungen gilt. Transparenz, Schutzmassnahmen, Rechte betroffener Personen und menschliche Prüfung automatisierter Einzelentscheidungen gehören zum rechtlichen Kontext. Die Quelle ist keine Unterrichtsstudie und diese Darstellung keine individuelle Rechtsberatung.

Rechtliche OrientierungKI und Datenschutz2025Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter

Kurzfassung

Explains that the Federal Act on Data Protection applies directly to AI-supported processing within its scope and emphasizes transparency, safeguards, objection rights and human review of automated individual decisions.

Grenzen

  • This general legal guidance is not specific to school assessment practice and is not individualized legal advice.
  • Its applicability to a concrete institution and processing operation must be established separately.
  • It establishes authority interpretation and obligations, not causal evidence of assessment validity or learning impact.
Design
Official guidance on AI and the Swiss Federal Act on Data Protection
Methodische Einordnung
The source is rated for current Swiss legal authority and scope rather than causal research method.
Finanzierung
Swiss federal authority publication; no study funding applies.
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Evidenzrolle: kantonale Behördenorientierung. Die laufend aktualisierte Information des Volksschulamts Zürich betont klare Regeln, professionelle Prüfung, Datenschutz sowie eine prozessbewusste und variierte Beurteilung. Die Seite trägt kein Publikationsjahr; ihre Autorität gilt im kantonalen Kontext und ersetzt weder lokale Zuständigkeitsklärung noch Wirksamkeitsforschung.

BehördenorientierungKünstliche Intelligenz in der Volksschuleo. J.Volksschulamt des Kantons Zürich

Kurzfassung

The Zurich Volksschulamt calls on the public Volksschule to use transparent rules, process-aware and varied assessment, teacher professional judgment, verification of AI-supported feedback, data protection and caution with detector outputs.

Grenzen

  • The page has no stated publication date and is designed to change with the discussion; 2026 in the reserved ID records verification context, not publication year.
  • The guidance is cantonal, not national, and scoped to the public Volksschule; it is not causal evidence and is not automatically binding outside its jurisdiction or school sector.
Design
Undated living guidance from the Zurich Volksschulamt for the public Volksschule
Methodische Einordnung
The source is appraised for authority, jurisdiction and currency; a causal-method rating is not applicable.
Finanzierung
Cantonal authority publication; no study funding applies.
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Evidenzrolle: nationale Policy-Orientierung. Die von EDK und SBFI beauftragte Datennutzungspolitik von Educa beschreibt einen kohärenten, sicheren und ethisch angemessenen Umgang mit Bildungsdaten als strategische Aufgabe. Sie ist kein erlassenes Gesetz und validiert keine einzelne AI-Literacy-Prüfung. Für Schulen macht sie aber sichtbar, dass Datenverantwortung nicht erst beim Toolkauf beginnt, sondern in Zielen, Rollen, Zugängen und Governance verankert werden muss.

Policy-BerichtDatennutzungspolitik im Bildungsraum Schweiz: Entwicklungsansätze für eine kohärente Umsetzung2025Educa

Kurzfassung

Sets out seven development lines and 51 development approaches for coherent, secure and ethically appropriate educational data use across the Swiss education space.

Grenzen

  • The report proposes development approaches and measures; it is not enacted law or a causal impact study.
  • It addresses educational data governance broadly rather than validating a specific GenAI assessment practice.
Design
Swiss national strategic policy report with 51 measures across seven development lines
Methodische Einordnung
The report is authoritative Swiss strategy context, not causal evidence or a substitute for applicable federal and cantonal law.
Finanzierung
EDK and SBFI commissioned the programme; the documented project budget was CHF 4,061,900, split equally between the two commissioning bodies.
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Für Fachschaften ist eine schlanke Moderation sinnvoll: Zwei Lehrpersonen beurteilen exemplarische Arbeiten anhand derselben Kriterien, vergleichen Abweichungen und überarbeiten Rubrik sowie Aufgabenstellung. Das verbessert lokale Verlässlichkeit, ist aber noch keine externe Validierung. Wo Entscheidungen hohe Folgen haben, braucht es zusätzliche fachliche, rechtliche und psychometrische Prüfung.

Was empirisch offen bleibt

BefundQuellenstand: noch ungeklärtWelche Kompetenzabfolge für verschiedene Altersstufen, Fächer und Kontexte zuverlässig wirkt, bleibt trotz positiver Interventionsbefunde empirisch offen.Quellen anzeigen

Stützende Quellen

  1. OECD (2026): Empowering Learners for the Age of AI: An AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education (öffnet in neuem Tab)
  2. Wonjin Yu (2026): The Effects of K-12 Artificial Intelligence Education in Enhancing AI Literacy: A Meta-Analysis (öffnet in neuem Tab)
  3. Joonhyeong Park (2025): A systematic literature review of generative artificial intelligence (GenAI) literacy in schools (öffnet in neuem Tab)
  4. Siu-Cheung Kong (2024): Developing an artificial intelligence literacy framework: Evaluation of a literacy course for senior secondary students using a project-based learning approach (öffnet in neuem Tab)

Es gibt derzeit keine universell validierte Progression, die für alle Altersstufen, Fächer, Sprachen und Schulsysteme festlegt, welche AI-Literacy-Kompetenz wann in welcher Reihenfolge zuverlässig gelernt wird. Die Stufenbezeichnungen internationaler Rahmen sind wertvolle Planungsangebote; sie dürfen nicht nachträglich als empirisch bestätigte Entwicklungspsychologie gelesen werden.

Besonders relevant sind Fragen zur Progression, Messung und Übertragbarkeit. Noch ist offen, welche Vorläuferfähigkeiten Jugendliche brauchen, bevor sie komplexe Modellgrenzen, Datenverzerrungen oder Systemgestaltung beurteilen können. Ebenso offen ist, welche Instrumente technisches Wissen, fachliche Urteilskraft, Selbstvertrauen und tatsächliche Performanz zuverlässig trennen. Transfer bleibt eine eigene Herausforderung: Lernende müssen Kriterien aus einer geübten Chat-Aufgabe auf andere Modelle, Modalitäten, Fächer und Entscheidungen übertragen können.

Hinzu kommen Fragen nach Dauer, Gerechtigkeit und Professionalisierung. Bleiben Kompetenzen nach Monaten verfügbar, wenn Oberflächen und Modelle sich verändern? Wer profitiert von projektbasierten und technisch anspruchsvollen Angeboten, wer wird durch Sprache, Vorwissen, Zugang oder Unterstützungsbedarf ausgeschlossen? Welche Professionalisierung, Vorbereitungszeit und Teamstrukturen verbessern Unterrichtsqualität tatsächlich? Für die Schweiz ist zusätzlich relevant, wie sprachregionale Curricula, kantonale Vorgaben, Berufsbildung, Infrastruktur und Datenschutzpraxis zusammenwirken.

Eine verantwortbare Einführung behandelt diese Lücken als Evaluationsauftrag. Sie beginnt mit wenigen priorisierten Kompetenzen, legt beobachtbare Kriterien fest, erhebt eine Ausgangslage und prüft Leistung an neuen Fällen. Ergebnisse sollten nach Altersgruppe, Fach und Unterstützungsbedarf betrachtet werden. Zufriedenheit und Nutzungszahlen ergänzen diese Daten, ersetzen aber keinen Kompetenznachweis.

AussageStatus im aktuellen KorpusKonsequenz
Finale internationale Rahmen definieren einen breiten KompetenzbereichMehrfach belegt für RahmeninhaltAls gemeinsame Sprache und Zielorientierung nutzen
K-12-Interventionen können AI-Literacy-Masse verbessernVielversprechend, heterogenKonkretes Design und Messung prüfen; Mittelwert nicht als lokale Prognose verwenden
Eine bestimmte Stufenfolge wirkt universellNoch ungeklärtReihenfolge als Hypothese behandeln und lokal evaluieren
Ein einzelner Fragebogen misst AI Literacy umfassendNicht belegtWissen, Urteil, Performanz und Verantwortung mit mehreren Nachweisen erfassen
Fachübergreifende Umsetzung ist automatisch wirksamerNicht vergleichend belegtKooperation mit fachlicher Tiefe und realistischen Ressourcen verbinden

Methode und Aktualisierung

Dieses Dossier basiert auf dem eingefrorenen Recherchepaket pilot-2026-08-24. Die Suche priorisierte finale Originalpublikationen, offizielle Institutionsseiten, peer-reviewte Reviews und schulbezogene Interventionsstudien. Für die aktuelle Rahmendarstellung wurde die OECD-/EU-Publikation vom 18. Juni 2026 als Primärquelle verwendet. Institutionelle Rahmen wurden nach Autorität, Version, Bildungsstufe und Geltungsanspruch beurteilt; sie erhielten bewusst kein künstliches kausales Methodenrating.

Suchweg und methodische Details

Gesucht wurde nach AI Literacy, generative AI literacy, competency framework, K-12, secondary education, curriculum, assessment, progression und transfer. Für empirische Quellen wurden Population, Studiendesign, Vergleich, Dauer, Outcomes, Transfermass, Hauptergebnis, Grenzen, Finanzierung und deklarierte Interessenkonflikte extrahiert. Die Claim-Source-Matrix hält für jeden zentralen Befund stützende sowie gegenläufige oder Nullquellen getrennt fest. «Mehrfach belegt» kann bei einer Rahmenaussage die verlässliche, finale normative Autorität bezeichnen; es bedeutet dort ausdrücklich nicht robuste kausale Wirkung. Wirkungsclaims werden nach Studiendesign, Direktheit für Sek I/II, Heterogenität, Messqualität und Transfergrenzen bewertet. Die Recherche ist ein auditierbarer, kuratierter Evidenzsatz, keine erschöpfende systematische Übersicht aller Sprachen und Datenbanken.

Redaktionelle Grenzregeln

Die redaktionelle Linie dieses Dossiers ist bewusst konservativ. Finale Fassungen von Rahmen werden von früheren Arbeitsständen getrennt. Normative Geltung wird nicht als kausale Wirksamkeit dargestellt. Stufen in Rahmenwerken gelten als Planungsorientierung, solange ihre Entwicklungsvalidität nicht empirisch belegt ist. Durchschnittliche Interventionseffekte werden nur zusammen mit Korpusgrösse, Heterogenität, Messung und Transfergrenzen berichtet. Hochschuldominierte Evidenz wird nicht ohne Kennzeichnung auf Sek I/II übertragen. Schweizer Behördenquellen begründen Rechts- und Governancekontext, nicht Lernwirkung. Fachübergreifende Umsetzung bleibt eine didaktische Ableitung und verlangt lokale Evaluation.

Die Erstfassung ist redaktionell geprüft, nicht extern fachbegutachtet. Die nächste planmässige Prüfung ist am 24. November 2026. Eine frühere Aktualisierung ist angezeigt, wenn der OECD-/EU-Rahmen korrigiert wird, neue externe Validierungsstudien zu Progression oder Assessment erscheinen, eine belastbare Schweizer Sekundarstufenstudie publiziert wird oder sich der relevante Rechts- und Behördenkontext wesentlich ändert.

Nachvollziehbarkeit

Quellenregister

KompetenzrahmenMethodenvertrauen: Nicht bewertet

Empowering Learners for the Age of AI: An AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education

OECD, European Commission · 2026 · OECD Publishing

Design
Final international competency framework with expert and stakeholder consultation
Bildungsstufe
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Andere Bildungsstufe
Kontext
international
Stichprobe
Nicht anwendbar/berichtet

Kurzfassung

Defines 19 primary- and secondary-level competencies across engaging with, creating with, managing and shaping AI, integrating knowledge, skills and attitudes.

Grenzen

  • The framework defines intended competencies and examples but does not estimate causal learning impact.
  • Its proposed sequencing is not a validated developmental progression across school systems.
  • Local curriculum alignment, language, resources and teacher preparation require contextual adaptation.
Finanzierung
Co-funded by the European Union; research and drafting support from Code.org and CodeAI is acknowledged by the official publication.
Interessenkonflikte
Institutional framework publication; no conventional conflict-of-interest statement was located, and contributing organizations are disclosed in the report.
Methodische Einordnung
Final OECD-European Commission authority and transparent scope support framework claims; causal-method grading does not apply.
Publikationsstand
Publiziert; nicht peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)
KompetenzrahmenMethodenvertrauen: Nicht bewertet

AI competency framework for students

Fengchun Miao, Kelly Shiohira, Natalie Lao · 2024 · UNESCO

Design
Final global competency framework for school students
Bildungsstufe
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Andere Bildungsstufe
Kontext
international
Stichprobe
Nicht anwendbar/berichtet

Kurzfassung

Specifies 12 student competencies across human-centred mindset, ethics, AI techniques and applications, and AI system design, with Understand-Apply-Create progression levels.

Grenzen

  • The framework is normative and curricular; it is not an empirical impact evaluation.
  • UNESCO explicitly leaves concrete objectives and sequencing to national or institutional adaptation.
  • Progression levels have not been established as a universal validated developmental scale.
Finanzierung
TAL Education Group support is acknowledged in the official UNESCO publication.
Interessenkonflikte
Institutional framework publication; no conventional conflict-of-interest statement was located in the official record.
Methodische Einordnung
The official final UNESCO framework supports competency-scope claims but does not provide causal or validated-progression evidence.
Publikationsstand
Publiziert; nicht peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)
KompetenzrahmenMethodenvertrauen: Nicht bewertet

AI competency framework for teachers

Fengchun Miao, Mutlu Cukurova · 2024 · UNESCO

Design
Final global competency framework for teachers
Bildungsstufe
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Andere Bildungsstufe
Kontext
international
Stichprobe
Nicht anwendbar/berichtet

Kurzfassung

Defines 15 teacher competencies across a human-centred mindset, ethics, AI foundations and applications, AI pedagogy, and AI for professional learning.

Grenzen

  • The framework guides professional development and policy but does not test effects on classroom learning.
  • Acquire-Deepen-Create is a planning progression rather than a universally validated measurement scale.
  • National role definitions, infrastructure and professional-learning systems require contextual adaptation.
Finanzierung
TAL Education Group support is acknowledged in the official UNESCO publication.
Interessenkonflikte
Institutional framework publication; no conventional conflict-of-interest statement was located in the official record.
Methodische Einordnung
The final UNESCO authority supports teacher-competency scope; causal and psychometric claims are outside the framework's evidence design.
Publikationsstand
Publiziert; nicht peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)
Systematischer ReviewMethodenvertrauen: Moderat

A systematic literature review of generative artificial intelligence (GenAI) literacy in schools

Joonhyeong Park · 2025 · Computers and Education: Artificial Intelligence 9, article 100487

Design
Systematic literature review of 51 empirical studies from 2023-2024
Bildungsstufe
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Hochschule, Andere Bildungsstufe
Kontext
international
Stichprobe
Nicht anwendbar/berichtet

Kurzfassung

Organises GenAI literacy into knowing, applying, evaluating, ethics and attitudes, while showing that most included evidence came from higher education rather than schools.

Grenzen

  • Across 53 educational-level assignments in 51 articles, the counts were 39 higher education, 10 secondary and 4 primary; two articles were assigned to more than one level, so these are not exclusive article shares.
  • The review covers only the first two years after public ChatGPT release and rapidly changing tools.
  • A competency map does not itself establish a validated developmental progression or intervention impact.
Finanzierung
Singapore Ministry of Education Education Research Funding Programme grant ERFP19/23PJ.
Interessenkonflikte
The author declares no competing interests in the published article.
Methodische Einordnung
The review supports multidimensional GenAI-literacy scope, but higher-education dominance and an early evidence window constrain school recommendations.
Publikationsstand
Publiziert; peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)
Quasi-experimentelle StudieMethodenvertrauen: Niedrig

Developing an artificial intelligence literacy framework: Evaluation of a literacy course for senior secondary students using a project-based learning approach

Siu-Cheung Kong, Man-Yin William Cheung, Olson Tsang · 2024 · Computers and Education: Artificial Intelligence 6, article 100214

Design
Single-group mixed-method evaluation of a 14-hour project-based course
Bildungsstufe
Sekundarstufe II
Kontext
Hong Kong
Stichprobe
128

Kurzfassung

Senior-secondary students improved on course-aligned AI problem-solving, empowerment and ethical-understanding measures after a project-based AI-literacy course.

Grenzen

  • Without a comparison group, maturation, selection and testing effects cannot be separated from course impact.
  • Outcomes were course-aligned and partly self-reported; far transfer and long-term retention were not established.
  • The authors call for instrument validation in larger and more diverse populations.
Finanzierung
Supported by grants from the Li Ka Shing Foundation and the Research Grants Council, University Grants Committee of the Hong Kong Special Administrative Region, China (projects EdUHK CB302 and EdUHK CB326).
Interessenkonflikte
The authors declare no competing interests in the published article.
Methodische Einordnung
Direct senior-secondary feasibility evidence is valuable, but the uncontrolled single-group design cannot establish causal effectiveness.
Publikationsstand
Publiziert; peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)
MetaanalyseMethodenvertrauen: Moderat

The Effects of K-12 Artificial Intelligence Education in Enhancing AI Literacy: A Meta-Analysis

Wonjin Yu, Nari Kim, Ammi Chang, Wanju Huang · 2026 · Journal of Computer Assisted Learning 42(5), early view 3 August 2026

Design
Meta-analysis of 16 K-12 AI-education articles and 57 effect sizes
Bildungsstufe
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Andere Bildungsstufe
Kontext
international
Stichprobe
Nicht anwendbar/berichtet

Kurzfassung

Reports a large positive average effect of K-12 AI-education interventions on AI-literacy measures, with substantial heterogeneity across a small evidence base.

Grenzen

  • Only 16 source articles contributed 57 effects, limiting moderator power and robustness.
  • High heterogeneity and diverse literacy measures prevent treating the pooled effect as a universal progression estimate.
  • The accessible publisher record did not permit complete independent verification of all funding details.
Finanzierung
Funding disclosure was not fully verifiable from the accessible publisher record during extraction.
Interessenkonflikte
The published article reports no competing interests.
Methodische Einordnung
The K-12 meta-analysis supports intervention promise, but a small heterogeneous corpus and varied measures leave developmental sequencing open.
Publikationsstand
Publiziert; peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)
Rechtliche OrientierungMethodenvertrauen: Nicht bewertet

KI und Datenschutz

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter · 2025 · EDÖB official guidance, published 24 September 2025

Design
Official guidance on AI and the Swiss Federal Act on Data Protection
Bildungsstufe
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Andere Bildungsstufe
Kontext
Switzerland
Stichprobe
Nicht anwendbar/berichtet

Kurzfassung

Explains that the Federal Act on Data Protection applies directly to AI-supported processing within its scope and emphasizes transparency, safeguards, objection rights and human review of automated individual decisions.

Grenzen

  • This general legal guidance is not specific to school assessment practice and is not individualized legal advice.
  • Its applicability to a concrete institution and processing operation must be established separately.
  • It establishes authority interpretation and obligations, not causal evidence of assessment validity or learning impact.
Finanzierung
Swiss federal authority publication; no study funding applies.
Interessenkonflikte
Official regulator guidance; no conventional author conflict-of-interest statement applies.
Methodische Einordnung
The source is rated for current Swiss legal authority and scope rather than causal research method.
Publikationsstand
Publiziert; nicht peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)
BehördenorientierungMethodenvertrauen: Nicht bewertet

Künstliche Intelligenz in der Volksschule

Volksschulamt des Kantons Zürich · o. J. · Kanton Zürich, undatierte laufend aktualisierte Behördeninformation

Design
Undated living guidance from the Zurich Volksschulamt for the public Volksschule
Bildungsstufe
Sekundarstufe I, Andere Bildungsstufe
Kontext
Canton Zurich, Switzerland
Stichprobe
Nicht anwendbar/berichtet

Kurzfassung

The Zurich Volksschulamt calls on the public Volksschule to use transparent rules, process-aware and varied assessment, teacher professional judgment, verification of AI-supported feedback, data protection and caution with detector outputs.

Grenzen

  • The page has no stated publication date and is designed to change with the discussion; 2026 in the reserved ID records verification context, not publication year.
  • The guidance is cantonal, not national, and scoped to the public Volksschule; it is not causal evidence and is not automatically binding outside its jurisdiction or school sector.
Finanzierung
Cantonal authority publication; no study funding applies.
Interessenkonflikte
Official education-authority guidance; no conventional author conflict-of-interest statement applies.
Methodische Einordnung
The source is appraised for authority, jurisdiction and currency; a causal-method rating is not applicable.
Publikationsstand
Publiziert; nicht peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)
Policy-BerichtMethodenvertrauen: Nicht bewertet

Datennutzungspolitik im Bildungsraum Schweiz: Entwicklungsansätze für eine kohärente Umsetzung

Educa · 2025 · Version 1.1, 26 May 2025; commissioned by EDK and SBFI

Design
Swiss national strategic policy report with 51 measures across seven development lines
Bildungsstufe
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Hochschule, Andere Bildungsstufe
Kontext
Switzerland
Stichprobe
Nicht anwendbar/berichtet

Kurzfassung

Sets out seven development lines and 51 development approaches for coherent, secure and ethically appropriate educational data use across the Swiss education space.

Grenzen

  • The report proposes development approaches and measures; it is not enacted law or a causal impact study.
  • It addresses educational data governance broadly rather than validating a specific GenAI assessment practice.
Finanzierung
EDK and SBFI commissioned the programme; the documented project budget was CHF 4,061,900, split equally between the two commissioning bodies.
Interessenkonflikte
Commissioned institutional policy report; stakeholder and governance roles are documented, but no conventional author conflict-of-interest statement applies.
Methodische Einordnung
The report is authoritative Swiss strategy context, not causal evidence or a substitute for applicable federal and cantonal law.
Publikationsstand
Publiziert; nicht peer-reviewed
Zuletzt geprüft
Originalquelle öffnen → (öffnet in neuem Tab)

Version 1.0.0 · Erstveröffentlichung; finalen OECD-/EU-Rahmen vom 18. Juni 2026 berücksichtigt.