Kurzantwort
Dieser Bereich übersetzt die aktuellen Evidenz-Dossiers in Entscheidungen, die Lehrpersonen und Fachschaften vor Ort prüfen können. Er ist keine Sammlung garantierter Rezepte. Jede Empfehlung bleibt mit den tragenden Aussagen und Quellen im jeweiligen Dossier rückverfolgbar.
Was die Evidenz trägt
Die aktuellen Dossiers stützen eine vorsichtige gemeinsame Richtung: KI-Unterstützung muss von selbstständigem Lernen und Transfer unterschieden werden; strukturierte Begleitung ist nicht mit freier Antwortnutzung gleichzusetzen; und AI Literacy reicht über Prompting hinaus. Bei unbeaufsichtigten Aufgaben mit möglicher KI-Nutzung hat ein Endprodukt allein geringere Aussagekraft. Welche konkrete Unterrichtsfolge, Kombination von Lernsignalen oder Kompetenzprogression in einem lokalen Kontext zuverlässig trägt, bleibt dagegen teilweise offen.
Die Praxisseiten machen deshalb sichtbar, wo ein Befund direkt gestützt ist und wo erst eine didaktische Folgerung vorliegt. Konkrete Schritte sind als prüfbare Planungsvorschläge formuliert. Ihre Qualität zeigt sich nicht an Nutzung, Tempo oder Zustimmung allein, sondern an vorab bestimmten fachlichen Lernsignalen.
Konkrete Umsetzung
Sechs Zugänge ordnen die Planung nach der jeweiligen schulischen Entscheidung:
- Unterricht gestalten: Lernziel, Rolle der KI, verbleibende Denkarbeit und Transfernachweis aufeinander abstimmen.
- Lernen und Prüfen: Produkte durch passende Prozess-, Erklärungs- und Anwendungsnachweise ergänzen.
- Kompetenzen fördern: AI Literacy fachlich konkretisieren, ohne eine ungeprüfte Stufenfolge zu behaupten.
- Anwendungsfälle beurteilen: Nicht beim Werkzeug beginnen, sondern bei Lernziel, Unterstützungsrolle und überprüfbarer Eigenleistung.
- Unterrichtsinterventionen: Drei begrenzte Aktivitätstypen für Quellenprüfung, aktive Erklärung und Transfer ohne KI erproben.
- Fortbildung gestalten: Professionelles Lernen an konkreten Aufgaben, gemeinsamer Prüfung und lokaler Evaluation ausrichten.
Grenzen
Die zugrunde liegende Forschung ist heterogen. Im kuratierten Evidenzkorpus wurden für mehrere vorgeschlagene Kombinationen aus Strukturhilfen, Prozessspuren, Erklärung und KI-freiem Transfer keine direkten Vergleichsstudien in Schweizer Sekundarschulen identifiziert. Die Praxisinhalte begründen deshalb weder eine allgemeine Wirkungsgarantie noch die Überlegenheit eines Produkts, eines Unterrichtsformats oder einer Fortbildungsfolge.
Ausgangspunkt für eine lokale Erprobung sind immer das fachliche Lernziel, die Voraussetzungen der Lernenden, verfügbare Unterstützung, Zugänglichkeit und die geltenden schulischen Rahmenbedingungen. Beobachtungen aus einer Klasse dürfen nicht ohne erneute Prüfung auf andere Fächer, Stufen oder Schulen übertragen werden.
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